Presse-Information

PUBLIZISTIK-PREIS 2026

Publizistik-Preisträger 2026: Patrick Batarilo, Vivian Pasquet und Renate Werner 

Beiträge über das Sterben, späte Schwangerschaftsabbrüche und die Transforschung ausgezeichnet

Hamburg, 16.09.2026 – Die Stiftung Gesundheit hat die Gewinnerbeiträge des Publizistik-Preises 2026 bekanntgegeben. Patrick Batarilo, Vivian Pasquet und Renate Werner überzeugten die Jury mit ihren Beiträgen über das Sterben, späte Schwangerschaftsabbrüche und die Transforschung. 

Mit dem Publizistik-Preis würdigt die Stiftung Gesundheit jedes Jahr Beiträge, die ihrem Publikum Gesundheitsthemen in außergewöhnlicher Weise nahebringen. Sie sind hervorragend recherchiert und stellen komplexe Inhalte sowohl verständlich als auch besonders eindrucksvoll dar. Damit tragen sie zum Patient Empowerment bei und rücken wichtige Themen ins Licht – auch solche, die bisher wenig Aufmerksamkeit erhalten haben.

Platz 1: „Die letzte Zeit“ von Patrick Batarilo

Der Hörfunk-Beitrag „Die letzte Zeit“ von Patrick Batarilo, gesendet am 15.06.2025 im SWR, ist der diesjährige Gewinner des Publizistik-Preises. Im Beitrag geht es um das Sterben: Als die Mutter des Autors beginnt, sich in einem Hospiz zu engagieren, spricht er mit ihr, anderen Sterbebegleitern und Menschen, die wissen, dass sie bald sterben werden. Bis eines Tages eine neue, sehr persönliche Reise beginnt, als seine Mutter selbst schwer erkrankt.

„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung mit dem Publizistik-Preis“, so Patrick Batarilo. „Sie lenkt den Blick auf ein Thema, das uns alle betrifft: Gesundheit. Bei Gesundheit geht es normalerweise ums Leben – in diesem Beitrag geht es aber auch ums Sterben. Und das gehört genauso zum Leben dazu. Mein Radio-Feature fragt: Wie kann man würdevoll sterben? Und wie können wir Menschen auf ihrem letzten Weg bestmöglich begleiten?“

Platz 2: „Eine für alle“ von Vivian Pasquet

Auf Platz 2 wählte die Jury den Beitrag „Eine für alle“ von Vivian Pasquet, erschienen am 24.01.2025 im Magazin der Süddeutschen Zeitung. In ihrem Artikel portraitiert sie die Berliner Frauenärztin Blanka Kothé, die sich auf späte Schwangerschaftsabbrüche nach der 14. Woche spezialisiert hat. In Deutschland ist sie eine der wenigen, die Frauen bis zur 26. Woche die Wahl zwischen einer Totgeburt und einer Operation lässt. Während das System oft die stille Geburt erzwingt, kämpft Kothé für medizinische Standards und das Selbstbestimmungsrecht der Frauen.

„Ich freue mich, dass durch die Auszeichnung mit dem Publizistik-Preis der Stiftung Gesundheit noch mehr Menschen von den Missständen bei späten Schwangerschaftsabbrüchen erfahren – und von der Arbeit der tollen Ärztinnen, die sich dafür einsetzen, dass Frauen die Wahl haben, wie eine späte Schwangerschaft beendet wird“, so die diesjährige Zweitplatzierte. Pasquet zählt bereits zum dritten Mal zu den Gewinnern des Publizistik-Preises.

Platz 3: „Mein Kind ist trans – was nun?“ von Renate Werner

Der dritte Platz geht an den TV-Beitrag „Mein Kind ist trans – was nun?“ von Renate Werner, der am 15.11.2025 auf arte ausgestrahlt wurde. Für ihren Beitrag begleitete die Autorin drei Familien bei ihren schwierigen Entscheidungen rund um die Transidentität ihrer Kinder. Mit Experten spricht sie über die noch junge Transforschung.

„Anderthalb Jahre lang haben wir nach Familien recherchiert, die sich mit ihren minderjährigen Kindern vor eine Kamera wagen. Es gab viele Vorbehalte wegen der immer lauter werdenden Diskriminierung, Ausgrenzung und Politisierung von transidenten Menschen“, so Preisträgerin Renate Werner. „Die drei Familien, die uns schließlich ihre berührenden Geschichten anvertraut haben, sind mir sehr nahe gegangen. Deshalb freue ich mich – besonders für die Jugendlichen – über die Wertschätzung durch den Publizistik-Preis.“

24 Werke waren in der engeren Auswahl

So viele Bewerbungen gab es noch nie: 272 Einreichungen für den Publizistik-Preis waren in dieser Runde eingegangen. 24 davon haben es auf die Nominiertenliste geschafft. Beeindruckend war die thematische Bandbreite – von mentaler Gesundheit über Frauengesundheit bis hin zur KI. 

Jury ermittelt Preisträger in zweistufigem Auswahlverfahren

Wer den Publizistik-Preis erhält, entscheidet sich in einem zweistufigen Auswahlverfahren. Im ersten Schritt sichten und bewerten die Fachjuroren die Einreichungen ihrer Kategorien und nominieren die überzeugendsten Beiträge. Aus dieser Auswahl bestimmt die Expertenjury im zweiten Schritt die Gewinnerbeiträge.

Start der Ausschreibung für den Publizistik-Preis 2027 im Oktober

Das Bewerbungsformular steht im Oktober auf der Website in der Rubrik „Publizistik-Preis“ bereit. Mehr Infos zur Auszeichnung sehen Sie im Videobeitrag von Alexandra Köhler, Leitung Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Gesundheit.

Über die Stiftung Gesundheit

Seit 30 Jahren setzt sich die Stiftung Gesundheit für Orientierung, Transparenz und verständliche Informationen im Gesundheitswesen ein. Sie betreibt die Arzt-Auskunft, die auf dem Strukturverzeichnis der Versorgung basiert und Patienten unterstützt, passende Ärzte, Kliniken und Heilberufler zu finden. Außerdem zertifiziert sie Gesundheitsratgeber und -websites und veröffentlicht regelmäßig Analysen und Studien, um die Meinung der Leistungserbringer zu aktuellen Themen abzubilden.

Bildquellen:
Header: Stiftung Gesundheit
Bild 2: Patrick Batarilo / Mia Marinkovic
Bild 3: Vivian Pasquet
Bild 4: Renate Werner