Platz 3
Publizistik-Preis 2026

„Mein Kind ist trans – was nun?“ von Renate Werner

arte – 15.11.2025

Darum geht es in dem Beitrag

Kira kam als Junge zur Welt. „Ich bin ein Mädchen“ eröffnete sie im Alter von 12 Jahren ihren Eltern. Kiras Eltern stehen vor einem Dilemma: Riskanten medizinischen Maßnahmen zustimmen oder abwarten? Die Autorin Renate Werner begleitet drei Familien bei ihren schwierigen Entscheidungen und zeigt den Stand der Wissenschaft in der noch jungen Transforschung.

Der Leidensdruck von Kindern und Jugendlichen, die sich im falschen Geschlecht fühlen, ist groß – und kann bis zum Suizid führen. Der Wunsch nach einer Geschlechtsangleichung kann durch Hormonbehandlungen und Operationen erfüllt werden. Diese Eingriffe haben jedoch Nebenwirkungen.
Darum sollten sich Kinder und Eltern vor einer Therapie sicher sein, dass die Transidentität bleibt. Es gibt nämlich auch Phasen des Heranwachsens, in denen Kinder und Jugendliche Geschlechterrollen ausprobieren – ohne trans zu sein. Wie kann man den Unterschied erkennen? Und was ist das Beste fürs eigene Kind?

Die Dokumentation zeigt die Suche nach Antworten. Autorin Renate Werner begleitet drei Familien bei ihren schwierigen Entscheidungen. Behutsam nähert sie sich den Jugendlichen und macht ihre Beweggründe nachvollziehbar. Mit Expertinnen und Experten spricht sie über die noch junge Transforschung und darüber, was die Wissenschaft über Transidentität weiß.

Renate Werner arbeitet von Köln aus als Autorin für ARD, ZDF und Arte. Sie betreut außerdem Dokumentationen und Reportagen als freie redaktionelle Producerin für den WDR. Nach ihrem Studium der Kulturwissenschaften, Tanz und Drehbuch in Tübingen und Paris folgte ein SWR-Volontariat und später noch die Masterclass Non-Fiction an der Internationalen Filmschule Köln ifs. Viele ihrer Filme sind preisgekrönt.

„Anderthalb Jahre lang haben wir nach Familien recherchiert, die sich mit ihren minderjährigen Kindern vor eine Kamera wagen. Es gab viele Vorbehalte wegen der immer lauter werdenden Diskriminierung, Ausgrenzung und Politisierung von transidenten Menschen. Die drei Familien, die uns schließlich ihre berührenden Geschichten anvertraut haben, sind mir sehr nahe gegangen. Deshalb freue ich mich – besonders für die Jugendlichen – über die Wertschätzung durch den Publizistik-Preis.“