Presse-Information
Die Stiftung Gesundheit zum Jubiläum: Was das Gesundheitswesen jetzt für die Zukunft braucht
Führende Akteure des Gesundheitswesens benennen die entscheidenden Herausforderungen der kommenden Jahre
Hamburg, 04.09.2026 – Die Stiftung Gesundheit richtet zu ihrem 30-jährigen Jubiläum den Blick ganz bewusst nach vorn: Was kommt? Welche Herausforderungen werden das Gesundheitswesen in den kommenden Jahren prägen – und was braucht es, um sie zu bewältigen? Dazu hat die Stiftung Stimmen wichtiger Akteure aus Politik, Versorgung, Verbänden und Gesundheitswirtschaft eingeholt. Die vielfältigen Perspektiven zeigen: Das Gesundheitswesen steht vor tiefgreifenden Veränderungen – und viele der entscheidenden Zukunftsaufgaben hängen miteinander zusammen.
Versorgung neu denken und Ressourcen besser nutzen
„Das deutsche Gesundheitswesen steht an einem Punkt, an dem wir die Versorgung grundlegend neu organisieren müssen“, fordert Prof. Dr. Lutz Hager, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Managed Care (BMC). „So schmerzhaft der finanzielle Druck in nahezu allen Bereichen des Gesundheitswesens ist, er zwingt zur Abkehr von eingefahrenen Wegen und eröffnet die Chance, Gesundheitsversorgung an ihren Ergebnissen zu messen und diese Wertschöpfung zur Grundlage von Vergütung zu machen.“ Dafür brauche es vor allem Freiraum für Innovationen.
Stefan Schwartze, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, sieht einen umfassenden Strukturwandel als notwendig an. Einzelne Reformen reichten nicht aus: „Sie müssen sinnvoll ineinandergreifen, vorhandene Ressourcen klug einsetzen und die Chancen der Digitalisierung nutzen.“ Dabei müsse das Wohl der Patienten der Maßstab sein.
Digitalisierung braucht valide Informationen und Vertrauen
Zu den zentralen Zukunftsthemen zählen Digitalisierung und eine bessere Nutzung von Gesundheitsdaten. Brenya Adjei, Geschäftsführerin der gematik, bezeichnet Digitalisierung als „unverzichtbaren Hebel für eine bessere Gesundheitsversorgung“. Eine moderne Telematikinfrastruktur soll dafür die notwendige Basis schaffen.
Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg), sagt: „Entscheidend wird sein, Informationen sektorenübergreifend verfügbar zu machen und gleichzeitig verständlich aufzubereiten. Die Herausforderung bleibt, diese Digitalisierung nachhaltig und vertrauenswürdig umzusetzen.“
Menschlichkeit und Zusammenarbeit
Ina Lucas aus dem Vorstand von ABDA, BAK und DAV betont die Verbindung von Technologie und persönlicher Versorgung: „Die Gesundheitsversorgung der Zukunft wird dort erfolgreich sein, wo digitale Innovation und menschliche Nähe zusammenkommen.“ Digitale Lösungen und Künstliche Intelligenz könnten dazu beitragen, Patientinnen und Patienten stärker zu befähigen, informierte Entscheidungen zu treffen.
Zudem wird sich die Zusammenarbeit innerhalb der Versorgung verändern müssen. Manuela Pintarelli-Rauschenbach, Bundesvorsitzende des VPT – Verband für Physiotherapie, fordert die Kompetenzen aller Gesundheitsberufe konsequent zu nutzen. Digitale Vernetzung und transparente Versorgungsinformationen müssten dazu beitragen, die Patientensteuerung zu erleichtern, Bürokratie abzubauen und die interprofessionelle Zusammenarbeit zu verbessern.
„Für die Zukunft des Gesundheitswesens ist es wichtig, dass wir die richtige Balance zwischen Solidarität und Eigenverantwortung finden“, betont Dr. Romy Ermler, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer. „Sie sind keine Gegensätze, sondern ergänzen einander, wenn sie richtig austariert werden: Solidarität schützt vor Überforderung, Eigenverantwortung stärkt Prävention, Gesundheitskompetenz und den bewussten Umgang mit Ressourcen.“
Was kommt? Und was bleibt?
Die Statements zeigen: Das Gesundheitswesen der kommenden Jahre wird digitaler und vernetzter sein. Zugleich muss es mit knapperen Ressourcen umgehen und Versorgung neu organisieren. Damit steigen auch die Anforderungen an die Qualität und Nutzbarkeit von Informationen.
„Deshalb wird sich unsere unabhängige Rolle im Gesundheitswesen weiterentwickeln“, sagt Christoph Dippe, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gesundheit. „Wir werden unsere Datenkompetenz nutzen, um valide Informationen bereitzustellen und neue Angebote zu entwickeln – eigenständig und gemeinsam mit Partnern.“ Denn bei allen Veränderungen bleibe ein Grundbedürfnis bestehen: „Wer gute Entscheidungen für Gesundheit und Versorgung treffen soll, braucht dafür eine verlässliche Informationsgrundlage.“
Über die Stiftung Gesundheit
Die Stiftung Gesundheit führt Patienten dorthin, wo Gesundheit beginnt – und das schon seit 30 Jahren. Unabhängig, verständlich und frei von kommerziellen Interessen. Das Herzstück ihrer Arbeit ist die Arzt-Auskunft. Mit 360°-Blick in die gesamte Versorgungslandschaft führt die Arzt-Auskunft Patienten zu passenden Ärzten, Kliniken, Therapeuten und Apotheken. Jährlich nutzen über 60 Millionen Menschen diese Plattform. Darüber hinaus veröffentlicht die Stiftung Analysen und Studien, zertifiziert Gesundheitsratgeber und -websites und verleiht jährlich den Publizistik-Preis für herausragende gesundheitsjournalistische Beiträge.
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Header: Canva
Kollage: Stefan Schwartze: Steffen Kugler; Matthias Meierhofer, Meierhofer AG; Brenya Adjei: Jan Pauls, gematik; Lutz Hager / BMC e.V.; Ulrike Elsner: vdek, Georg J. Lopata; Ina Lucas: ABDA,Trenkel; Marc-Pierre Möll: BVMed, Tina Eichner; Henriette Neumeyer: DKG, Gerd George; Dr. Dirk Heinrich: Virchowbund, Lopata; Stefan Spieren; Heidemarie Haeske-Seeberg: APS e.V.; Andreas Arntzen:Lara-Freiburger; Romy Ermler: BZÄK, Nürnberger; Falk H. Miekley; Manuela Pintarelli-Rauschenbach: VPT – Verband für Physiotherapie e.V.