Stiftungsbrief November 2026
- Umfrage zum Ministerwechsel im BMG: Ärzte erwarten wenig Veränderung
- KI: Der Trustfaktor der Zukunft heißt Datenkompetenz
- Zertifizierungen: Ab sofort auch für Gesundheitsvideos
- Publizistik-Preis: Jetzt für 2027 bewerben
- #stopmedfakes: Wenn falsche Gesundheitsinfos täuschend echt wirken
- Kliniklösungen: Ihr Klinik-CRM – aktuell und geprüft
- Studien im Auftrag: Antworten auf Fragen, die das Gesundheitswesen bewegen
- Sind Ihre Praxis-Angaben aktuell?
- Stiftungsteam on tour: Unterwegs für Austausch und neue Impulse
- Stimmungsbarometer Q3-2026
IM FOKUS
Ministerwechsel im BMG: Ärzte erwarten wenig Veränderung
euer Minister, neue Hoffnung? Bei den niedergelassenen Ärzten hält sich die Zuversicht nach dem Wechsel an der Spitze des Bundesgesundheitsministeriums in Grenzen: Nur knapp 15 Prozent trauen dem neuen Minister Carsten Linnemann zu, die Probleme im Gesundheitswesen erfolgreich anzugehen. Das zeigt unsere aktuelle Fokus-Befragung.
Dabei sind die Erwartungen der Ärzteschaft an die Politik klar: Ganz oben auf der Agenda stehen die Finanzierung des Gesundheitswesens und eine stärkere Einbindung der Basis in politische Entscheidungen. Welche konkreten Forderungen die Ärzte an den neuen Minister richten, erfahren Sie aus unserer aktuellen Auswertung.
KI: Der Trustfaktor der Zukunft heißt Datenkompetenz
Künstliche Intelligenz macht Wissen leichter zugänglich – aber entscheidend ist, ob wir ihren Antworten vertrauen können. Der Trustfaktor der Zukunft ist daher nicht allein die Technologie: Entscheidend ist die Datenkompetenz dahinter. Denn gute Patientenkommunikation muss Orientierung schaffen – auf Basis verlässlicher Daten und mit klaren Grenzen dessen, was ein System leisten kann.
Praxisbeispiel Arzt-Auskunft: Chatbot mit klaren Regeln
Wie das konkret aussehen kann, zeigt unser KI-Chatbot der Arzt-Auskunft: Seine Stärke liegt im Zugriff auf unsere umfassende, hochaktuelle Datenbasis zur Versorgungslandschaft – und nicht darin, möglichst klug zu wirken, sondern berechenbar zu bleiben. Nutzer formulieren ihr Anliegen frei, der KI-Assistent übersetzt es in eine strukturierte Suche nach Fachgebieten, Praxismerkmalen und Orten. Entscheidungen des Sprachmodells werden dabei durch feste Regeln und hinterlegte Kataloge kontrolliert.
Der Chatbot stellt keine Diagnosen, bewertet keine Gesundheitszustände und gibt keine Behandlungsempfehlungen. Und wenn das Verzeichnis die gewünschte Information nicht zuverlässig abbilden kann – etwa freie Termine, Wartezeiten oder Bewertungen –, wird dies auch klar kommuniziert, statt eine mutmaßlich hilfreiche Antwort zu halluzinieren.
Vertrauen beginnt dort, wo KI ihre Grenzen kennt
So wird KI nicht zum Ersatz medizinischer Expertise, sondern zu einem neuen Zugang zu verlässlichen Informationen: dialogfähig und verständlich, aber innerhalb klar definierter Grenzen. Genau darin liegt ein wesentlicher Baustein für Vertrauen in KI. Nicht darin, dass ein System auf alles eine Antwort hat, sondern dass nachvollziehbar ist, auf welcher Grundlage es antwortet – und wann es bewusst nicht antwortet.
Neu: Gesundheitsvideos zertifizieren lassen
Wer sich über Gesundheitsthemen informieren möchte, braucht verlässliche und verständlich aufbereitete Informationen. Um qualitativ hochwertige Angebote besser erkennbar zu machen, zertifizieren wir Print-Publikationen sowie Gesundheits- und Praxis-Websites – und ab sofort auch Videos. Voraussetzung ist, dass die Inhalte fachlich fundiert, ausgewogen und nachvollziehbar aufbereitet sind. Unser Gütesiegel macht diese Qualität auf einen Blick sichtbar und steht für Transparenz, Verantwortung und Sorgfalt.
Jetzt für die Journalisten-Auszeichnung bewerben!
Die Bewerbungsphase für den Publizistik-Preis ist gestartet: Reichen Sie Ihre Beiträge zu Medizin- und Gesundheitsthemen bis zum 31. Januar 2027 ein oder schlagen Sie gelungene Werke von Kollegen vor! Voraussetzung ist, dass diese 2026 erstmals in einem Publikumsmedium veröffentlicht wurden.
Und erstmals gibt es eine eigene Kategorie für Beiträge, die Gesundheitsthemen speziell für Kinder und Jugendliche aufbereiten. Wir freuen uns auf zahlreiche Einreichungen und sind gespannt, ob ein neuer Rekord mit 300 Bewerbungen erreicht wird!
#stopmedfakes: Wenn falsche Gesundheitsinfos täuschend echt wirken
Ein bekannter Arzt empfiehlt in einem Video ein vermeintliches Wundermittel. Seine Stimme klingt vertraut, seine Aussagen überzeugend. Doch die Empfehlung ist gefälscht. Was seriös wirkt, kann eine mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugte Täuschung sein.
Sogenannte „Medfakes“ missbrauchen gezielt das Vertrauen in medizinische Expertise. Mit manipulierten Bildern, Stimmen und Videos werden bekannte Mediziner wie zum Beispiel Dr. Eckart von Hirschhausen für fragwürdige Gesundheits- und Heilversprechen instrumentalisiert. Wie groß das Problem ist, zeigt eine Untersuchung des Projekts „Safe-NEM“: Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden mehr als 4.600 problematische Werbeanzeigen für dubiose Nahrungsergänzungsmittel dokumentiert, die europaweit rund 21,5 Millionen Menschen erreichten.
Medfakes können alle Menschen täuschen – besonders wenn ein hoher Leidensdruck herrscht und Hilfe oder neue Behandlungsmöglichkeiten gesucht werden. Genau diese Verletzlichkeit nutzen Betrüger aus. Mit gravierenden Folgen: „Medfakes“ können zu falschen Gesundheitsentscheidungen verleiten, etwa zum eigenmächtigen Absetzen von Medikamenten, und damit lebensgefährlich werden.
Helfen Sie mit, Patienten für Medfakes zu sensibilisieren!
Das persönliche Patientengespräch bietet eine wichtige Gelegenheit zur Aufklärung:
- Fragen Sie nach Gesundheitsinformationen aus dem Internet oder sozialen Medien!
- Weisen Sie darauf hin, dass Empfehlungen bekannter Ärzte gefälscht sein können!
- Ermutigen Sie Ihre Patienten, zweifelhafte Heilversprechen kritisch zu hinterfragen und vor Änderungen ihrer Behandlung ärztlichen Rat einzuholen!
Die Apotheken Umschau greift das Thema unter #stopmedfakes auf: In einem Talk diskutieren Dr. Eckart von Hirschhausen, Dr. Klaus Reinhardt und weitere Experten u.a. darüber, was Medien, Ärzte und Apotheken dagegen tun können.
In einer Spezial-Folge des Podcast ‘ne Dosis Wissen‘ geht es darum, warum diese Fälschungen so wirkungsvoll sind und welchen Schaden sie anrichten können.
Ihr Klinik-CRM – aktuell und geprüft
Von Data Clearing bis Systemintegration: Wir prüfen und bereinigen Ihre Leistungserbringer-Daten und erkennen Dubletten sowie veraltete Einträge, ergänzt durch KI-gestützte Mustererkennung. Optional lassen sich aktuelle Angaben zu Ärzten, Therapeuten, medizinischen Einrichtungen oder weiteren Kliniken über eine API-Schnittstelle direkt in Ihre Systeme integrieren. Updates können nach Ihrem Wunsch z. B. wöchentlich oder monatlich durchgeführt werden.
Vielfältige Themen, fundierte Erkenntnisse
Welche Erfahrungen machen Ärzte und Apotheker beim Thema Therapietreue? Wie stehen Heilmittelerbringer zu PVS und TI-Anschluss? Wie gut kennen sich Hebammen mit dem Thema Stammzellgewinnung aus? Diese und weitere von der Stiftung durchgeführte Auftragsstudien aus diesem Jahr zeigen die Vielfalt der Themen und Befragungsgruppen: Wir liefern fundierte Einblicke, machen Meinungen sichtbar und schaffen eine wertvolle Grundlage für strategische Entscheidungen.
Sie planen eine Studie? Sprechen Sie uns gerne an!
Sind Ihre Praxis-Angaben aktuell?
Als Arzt oder Therapeut verfügen Sie über ein kostenloses Basis-Profil auf www.arzt-auskunft.de, das Sie über Ihren Online-Zugang aktuell halten können.
Haben sich beispielsweise Ihre Sprechzeiten geändert, ist Ihre Praxis umgezogen oder hat sich Ihr Behandlungs- bzw. Therapieangebot erweitert? Hinterlegen Sie diese und weitere Informationen in Ihrem Profil, damit Patientinnen und Patienten auf einen Blick erfahren, was Ihre Praxis auszeichnet.
Unterwegs für Austausch und neue Impulse
Vom GWK in Hamburg über die expopharm in München bis zum Zukunfts-Dialog in Frankfurt und dem TI-Summit in Leipzig: Ein voller Veranstaltungskalender führte unser Stiftungs-Team in den vergangenen Monaten quer durch Deutschland. Im Mittelpunkt stand der persönliche Austausch mit Akteuren der Branche und unserem Netzwerk. Dabei ging es um aktuelle Herausforderungen, gemeinsame Projekte und Möglichkeiten, das Gesundheitswesen gemeinsam zu gestalten. Weitere Events, wie die preventure und MEDICA, stehen noch an: Verfolgen Sie die Ankündigungen über LinkedIn.
Neue Negativ-Rekorde bei Ärzten und Heilberuflern
Sowohl bei den niedergelassenen Ärzten als auch bei den Heilberuflern ist die wirtschaftliche Stimmung im 3. Quartal 2026 auf neue historische Tiefstände abgestürzt. Ausschlaggebend war in beiden Gruppen eine sehr pessimistische wirtschaftliche Erwartung für die kommenden sechs Monate.
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