IM FOKUS

§ 25b SGB V: Ärzte sehen datengestützte Prävention noch immer kritisch

Seit fast zwei Jahren dürfen Krankenkassen personenbezogene Abrechnungs- und Versorgungsdaten systematisch analysieren, um gesundheitliche Risiken ihrer Versicherten zu erkennen. In unserer aktuellen Fokus-Befragung gaben rund 40 Prozent der Ärzte an, dass sie bereits Berührungspunkte mit der Regelung hatten. Allerdings steht jeder zweite Arzt der Datenauswertung noch kritisch gegenüber. „Wir hoffen, diese Praxen durch sinnvolle und praxisnahe Anwendungsfälle von den Vorteilen der neuen datengestützten Möglichkeiten überzeugen zu können“, sagt Gunter Sperzel vom AOK-Bundesverband in seinem Gastkommentar.

Parallel zeigt die Befragung, dass die ePA, die in den Abläufen eine Rolle spielt, im Praxisalltag immer noch nicht angekommen ist: Fast zwei Drittel der Ärzte berichten, dass es „eher schlecht“ oder „gar nicht“ laufe.

KOMMENTAR

Echter Mehrwert für alle

Unser Gesundheitssystem ist für viele Menschen unübersichtlich geworden und an vielen Stellen überfordert. Umso wichtiger ist es, Lösungen zu entwickeln, die Patienten Orientierung geben und das Versorgungssystem entlasten. Genau hier sehen wir unsere Aufgabe: als neutraler Lotse zwischen Information, digitaler Unterstützung und realer Versorgung.

Ein zentraler Schritt auf diesem Weg ist die Arzt-Auskunft, die wir technologisch integrationsfähig entwickelt haben: Sie ist nun ein flexibel einsetzbarer Baustein für digitale Angebote wie Webseiten und Apps, in denen Patienten nach verlässlichen, strukturierten und unabhängigen Versorgungsinformationen suchen. Unsere qualitätsgesicherten Daten lassen sich nahtlos in bestehende Angebote integrieren und unterstützen diese damit sinnvoll und effizient. Gleichzeitig öffnen wir die Arzt-Auskunft gezielt für weiterführende Patientenservices, etwa im Bereich der Online-Terminbuchung. Dabei setzen wir bewusst auf Zusammenarbeit und anschlussfähige Lösungen, die bestehende Angebote sinnvoll ergänzen.

Auf diese Weise entsteht ein echter Mehrwert – und zwar für Patienten ebenso wie für Leistungserbringer: Wenn Patienten schnell und unkompliziert den passenden Behandler finden, werden unnötige Umwege im System vermieden, was beispielsweise zu einer Entlastung übervoller Wartezimmer beiträgt. Neben der gezielten Steuerung von Anfragen profitieren Leistungserbringer und Einrichtungen zudem von klaren Strukturen und besserer Auffindbarkeit.

Die Arzt-Auskunft ist daher mehr als ein Verzeichnis: Sie ist ein verbindendes Element im digitalen Gesundheitswesen – und ein weiterer Schritt hin zu einer besseren, effizienteren Versorgung für alle. Als gemeinnützige Stiftung handeln wir dabei unabhängig von kommerziellen oder politischen Interessen: Unser Auftrag ist es, Informationsflüsse zu verbessern, Zugänge zu erleichtern und so einen Beitrag zu einer patientenorientierten, zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung zu leisten. Und genau das werden wir auch im Jahr 2026 mit voller Überzeugung und neuen Impulsen weiterführen.

IM FOKUS

Jeder zweite Heilberufler begrüßt Verschiebung der TI-Pflicht

Die Heilmittelerbringer in Deutschland stehen der Verschiebung der verpflichtenden Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) überwiegend positiv gegenüber. Als wichtigste Vorteile der Terminverschiebung nannten sie die zusätzliche Vorbereitungszeit (34,0 Prozent) sowie die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer Praxisgruppen zu profitieren (27,8 Prozent). 

PERSONALIA

Das Kuratorium der Stiftung Gesundheit

Das Kuratorium der Stiftung Gesundheit setzt sich ab sofort aus drei Mitgliedern zusammen. Hier stellen wir sie vor: 

Prof. Dr. rer. oec. Norbert Klusen, Kuratoriumsvorsitzender: Er war in verschiedenen leitenden Positionen und als Vorstand in Unternehmen der Industrie tätig. Ab 1993 war er Geschäftsführer der Techniker Krankenkasse und von 1996 bis 2012 deren Vorstandsvorsitzender. Er war Mitglied im Expertenbeirat der Bundesregierung für den Innovationsfonds im Gesundheitswesen und unter anderem als Gastprofessor für Gesundheitspolitik an der University of Michigan in Ann Arbor tätig.

 

Ilsabe von Campenhausen, stellvertretende Vorsitzende: Sie ist Geschäftsführerin der wellcome gGmbH, ein Sozialunternehmen, das Eltern entlasten, beraten und vernetzen will, damit Kinder in einer liebevollen Umgebung gesund aufwachsen können. Vorher war sie 14 Jahre bei der BMW Foundation Herbert Quandt und ist derzeit Mitglied im Beirat des Dialoghaus Hamburg, des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung sowie bei ProjectTogether.

Prof. Dr. med. Kai Kolpatzik ist Arzt und Gesundheitswissenschaftler. Von 2009 bis 2023 leitete er die Abteilung Prävention des AOK-Bundesverbands. Seit 2023 ist er als CSO beim Wort & Bild Verlag tätig. Darüber hinaus ist er seit 2019 CEO des Instituts für Digitale Gesundheit gGmbH in Berlin und seit 2021 Honorarprofessor für Digitale Gesundheit und Public Health Policy.

Das satzungsgemäße Aufsichtsgremium steht dem Vorstand beratend in allen Angelegenheiten der Stiftung zur Seite.

ARZT–AUSKUNFT

Services per Plug-in einbinden

Wir haben die Arzt-Auskunft so gestaltet, dass sich externe Lösungen von Partnern einfach und unkompliziert einbinden lassen. Unser Ziel ist es, Patienten den bestmöglichen Service rund um eine effektive Arztsuche zu bieten. Deswegen erhalten sie neben unseren verlässlichen Informationen auch ergänzende Services, etwa zur Online-Terminbuchung.

PUBLIZISTIK-PREIS

Letzte Chance: Beiträge jetzt einreichen!

Nur noch bis zum 31.01.2026 können Sie Ihre gesundheitsjournalistischen Werke für den Publizistik-Preis 2026 einreichen. Teilnahmeberechtigt sind Beiträge, die 2025 zum ersten Mal in einem Publikumsmedium erschienen sind. Jetzt bewerben oder Beiträge von Kollegen nominieren – der Countdown läuft!

ZERTIFIZIERUNG

Das Gütesiegel für Ihre Praxis-Website

Um selbstbestimmte Entscheidungen rund um die eigene Gesundheit zu treffen, brauchen Patienten klare und verlässliche Informationen. Hier setzen unsere Zertifizierungen an: Wir zeichnen Praxis-Websites aus, die Gesundheitsthemen sowie Informationen zu Erkrankungen, Diagnosen und Behandlungen ausgewogen und nachvollziehbar darstellen. 

ERHEBUNG

Ihre Stimme zählt: Erhebung der Medizinischen Reputation startet

Welche ärztlichen Kollegen empfehlen Sie? Diese Frage steht im Mittelpunkt der in Kürze startenden Erhebung zur Medizinischen Reputation. Die Einladung mit individuellem Zugangscode erhalten Ärzte per E-Mail. Die Kollegenempfehlung ist ein zentraler Baustein der Befragung und liefert eine wichtige Grundlage für die ärztliche Kompetenzbewertung, die in der Arzt-Auskunft auch Patienten verlässliche Orientierung bietet.

EVENTS

Panel: Mit digitalen Prozessen zur passenden Versorgung

Mit dem BMC-Kongress steht für uns in dieser Woche die erste Kongressteilnahme des Jahres an: Unser Vorstandsvorsitzender Christoph Dippe ist Speaker auf dem Panel „Mit digitalen Prozessen zur passenden Versorgung“. Von 9:00 – 9:45 Uhr spricht er darüber, wie die Arzt-Auskunft Patienten dabei unterstützt, zur passenden Versorgung zu gelangen.

STIMMUNGSBAROMETER

Ärzte im leichten Aufwind, Heilberufler verhaltener

Im 4. Quartal 2025 entwickelte sich die Stimmung in der ambulanten Versorgung uneinheitlich: Niedergelassene Ärzte bewerteten ihre Lage wieder etwas besser, während sich die wirtschaftliche Stimmung bei den Heilberuflern leicht verschlechterte – mit großen Unterschieden zwischen den Fachgruppen.

SERVICES

Datenmanagement entlastet Kliniken

Der Patient ist entlassen, der Arztbrief erstellt. Er enthält alle relevanten Informationen für die Weiterbehandlung – doch er muss den richtigen Empfänger erreichen. Unser Datenmanagement auf Basis des Strukturverzeichnisses der Versorgung stellt sicher, dass die Informationen zuverlässig bei der gewünschten Praxis ankommen. So laufen Entlassungsprozesse und die Kommunikation mit niedergelassenen Kollegen reibungslos. 

Schon gewusst...?

Neues Jahr, neue Praxisinformationen?

Haben sich Ihre Sprechzeiten geändert? Bieten Sie nun eine Online-Terminbuchung an? Oder nutzen Sie neue höhenverstellbare Behandlungsliegen? Aktualisieren Sie Ihre Praxis-Angaben zentral im Online-Zugang der Arzt-Auskunft: So erreichen Sie Patienten mit verlässlichen und aktuellen Informationen.

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Bildnachweise:

Bild 1-8, 10,12: Stiftung Gesundheit / Canva
Bild 9: BMC
Bild 11: istock 876900006