Presse-Information

Stimmungsbarometer Heilberufe 1. Quartal 2026

Aktuelle Lage getrübt, Erwartungen steigen leicht

Hamburg, 07.04.2026 – Die wirtschaftliche Stimmung der Heilberufler hat sich im 1. Quartal 2026 kaum verändert. Das zeigen die Ergebnisse des Stimmungsbarometers für Heilberufe, das die Stiftung Gesundheit regelmäßig erhebt. Der Stimmungswert sank im Vergleich zum Vorquartal um 0,8 Punkte auf -13,8.

Der leichte Stimmungsrückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Heilberufler ihre aktuelle Lage schlechter als zuvor einstufen: Dieser Teilindikator verschlechterte sich um 5,1 Punkte. Für die kommenden sechs Monate fällt der Ausblick dagegen etwas zuversichtlicher aus: Die Erwartungen stiegen um 3,0 Punkte.

Ergotherapeuten weiter im Aufwind, Heilpraktiker erstmals mit negativem Stimmungswert

In drei Fachgruppen entwickelte sich die Stimmung positiv: Deutlich optimistischer zeigen sich vor allem die Hebammen, deren Stimmung um mehr als 10 Punkte anstieg und damit ihren besten Wert seit fast drei Jahren erreicht. Die Ergotherapeuten setzten ihren positiven Trend fort und verbesserten sich zum vierten Mal in Folge: Mit einem Plus von 2,7 Punkten erreichen sie einen Stimmungswert von 5,4 und sind damit derzeit die einzige Fachgruppe im positiven Bereich. Auch die Apotheker blicken etwas weniger pessimistisch auf ihre wirtschaftliche Situation, liegen aber trotz eines Anstiegs um 7,2 Punkte weiterhin auf dem letzten Platz.

Weniger günstig entwickelte sich die Stimmung in den übrigen Berufsgruppen: Bei den Heilpraktikern sank sie um 3,4 Punkte auf einen Wert von -3,1. Damit rutscht ihr Stimmungswert erstmals seit Beginn der Erhebung in den negativen Bereich. Die Physiotherapeuten verzeichneten einen Rückgang um 4,8 Punkte auf -10,1. Den stärksten Dämpfer mussten die Logopäden hinnehmen: Ihre Stimmung fiel um 6,1 Punkte auf einen Wert von -13,8.

Aktuelle Ereignisse wirken sich negativ auf den Praxisalltag aus

Ein wichtiger Belastungsfaktor für die Heilberufe sind weiterhin politische Entscheidungen und Vorgaben der Selbstverwaltung: 64,1 Prozent der Befragten nannten diesen Punkt als Beeinträchtigung ihrer Arbeit. Neu unter den drei wichtigsten Negativfaktoren sind die Auswirkungen aktueller Ereignisse, die im 1. Quartal von 43,0 Prozent der Heilberufler genannt wurden. Im Vorquartal war dies nur bei etwa einem Drittel der Fall. Weitere häufig genannte Faktoren waren die eigene Arbeitszeit mit 42,0 Prozent, die Digitalisierung mit 40,6 Prozent sowie die übrige Praxis-Administration mit 38,8 Prozent.

Über das Stimmungsbarometer

Das Stimmungsbarometer Heilberufe gibt differenziert Auskunft darüber, wie die sechs größten Gruppen der niedergelassenen Heilberufler in Deutschland ihre aktuelle wirtschaftliche Lage einschätzen und welche Entwicklung sie in den kommenden sechs Monaten erwarten. An der repräsentativen Erhebung im 1. Quartal 2026 nahmen 756 Heilberufler teil.

Darüber hinaus hat die Stiftung auch die wirtschaftliche Stimmung der niedergelassenen Ärzte erhoben.

Über die Stiftung Gesundheit

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Bildquellen:
Stiftung Gesundheit