Platz 1
Publizistik-Preis 2026

„Die letzte Zeit“ von Patrick Batarilo

SWR – 15.06.2025

Darum geht es in dem Radio-Beitrag

Sterben und Tod sind in unserer Gesellschaft auch heute noch ein Tabu. Als die Mutter des Autors beschließt, sich in einem Hospiz zu engagieren, überfällt ihn ein diffuses Gefühl von Beklommenheit.

Um sich mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen, aber auch um besser zu verstehen, was Tod und Sterben konkret für uns bedeuten, spricht der Autor mit seiner Mutter und anderen Sterbebegleitern über ihre Erfahrungen. Und er trifft Menschen, die wissen, dass sie bald sterben werden.
Bis eines Tages die Mutter selbst schwer erkrankt – und eine völlig neue, sehr persönliche Reise beginnt.

Patrick Batarilo, aufgewachsen in Karlsruhe als Sohn eines kroatischen Vaters und einer westfälischen Mutter, also mit doppeltem Migrationshintergrund. Als Kind oft auf Fußballplätzen oder bücherlesend in wechselnden Verstecken gesichtet. Studierte Kultur- und Theaterwissenschaft sowie Psychologie in Berlin, Frankreich und den USA.

Zum Journalismus gekommen, weil er sich gerne von der Wirklichkeit überraschen lässt – und sich schnell langweilt, wenn er keine Fragen stellen darf. Autor von Dokumentationen und Reportagen aus Ländern von Vietnam über Burkina Faso bis Argentinien. Als Moderator einer Kultursendung bei SWR Kultur interessiert an Gesprächen mit schlagfertigen und offenen Gästen aus Kultur und Gesellschaft, mit einer besonderen Leidenschaft für Film und Literatur.

Patrick Batarilo hat zwei Sachbücher zu kulturkritischen und psychologischen Themen geschrieben. Er spielt als Linksaußen in der französischen Autorennationalmannschaft, bislang ohne Torerfolg. Als Trainer bei der Akademie der Deutschen Welle bringt er Journalistinnen und Journalisten weltweit auf Deutsch, Englisch, Französisch und Kroatisch bei, wie man unter anderem Interviews führt und packende Geschichten erzählt.

„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung mit dem Publizistik-Preis. Sie lenkt den Blick auf ein Thema, das uns alle betrifft: Gesundheit. Bei Gesundheit geht es normalerweise ums Leben – in diesem Beitrag geht es aber auch ums Sterben. Und das gehört genauso zum Leben dazu. Mein Radio-Feature fragt: Wie kann man würdevoll sterben? Und wie können wir Menschen auf ihrem letzten Weg bestmöglich begleiten? Mein ganz besonderer Dank gilt den Menschen, die sich im Sterben befinden und dennoch die Zuversicht und den Mut hatten, mit mir zu sprechen. Ebenso danke ich den Menschen, die sie begleiten – mit großer Weisheit, Mitgefühl und Hingabe. Und ich möchte auch meiner Mutter danken – für ihre Offenheit und Klarheit, mit der sie mir und uns erlaubt hat, mitzuspüren und mitzuerleben, was es heißt, heute zu sterben.“