Platz 1
Publizistik-Preis 2025
„Mit Ecstasy war die Welt so warm“
von Annabelle Seubert
ZEIT ONLINE – 21. Oktober 2024
Darum geht es in dem Online-Artikel
Für einen Artikel-Schwerpunkt auf ZEIT ONLINE zum Thema Drogen wollte Annabelle Seubert eine Suchtklinik von innen erleben, um Sucht als Krankheit wirklich zu verstehen. Sie schrieb verschiedene Kliniken an und bekam wider Erwarten viele positive Rückmeldungen. Die Karlsruher Tagesklinik gewährte ihr offenen Zugang zu den dortigen Therapieeinheiten und ungestörten Kontakt mit den Rehabilitierenden. Für eine Woche zog Seubert mehr oder weniger mit in die Klinik ein – sie begleitete die Rehabilitierenden während ihrer Gruppensitzungen, während mancher Einzelgespräche, beim Sport, beim Meditieren, beim Kochen. Die Zugewandtheit, der Lebenswillen und die Kraft der Rehabilitierenden haben sie dabei sehr beeindruckt.
Das sagen die Expertenjuroren zum Beitrag
„Besonders gefallen hat mir die Nähe, die der Beitrag herstellt.
Ich habe das Gefühl, mit im Raum zu sitzen.“
Friederike Oertel, Journalistin und Redakteurin bei ZEIT am Wochenende
Das sagen die Expertenjuroren zum Beitrag
„Ein beeindruckender Artikel, der sehr nah dran in die Welt der Betroffenen eintaucht. Der zeigt, wie breit das Spektrum von Drogensucht sein kann und einen Eindruck wie groß die Gefahr ist für viele junge Menschen sich wahrscheinlich genau an dieser Grenze zu bewegen.“
Katharina Singer, TV-Redakteurin & Filmemacherin bei SWR und ARD
Annabelle Seubert, 1985 geboren, hat Journalistik in Magdeburg und Kulturjournalismus an der Universität der Künste in Berlin studiert. Danach war sie Redakteurin der taz und der ZEIT, wo sie das Reportageressort X mitentwickelt hat und auch der Text „Mit Ecstasy war die Welt so warm“ entstanden ist. Sie schreibt vor allem Reportagen und Porträts.
„Es war eine der eindrücklichsten Recherchen für mich, in denen ich auch aufklärerische Arbeit an mir selbst betrieben habe: Vieles von dem, was ich in der Klinik über Drogen und Suchtverhalten erfuhr, wusste ich vorher nicht.
Die Auszeichnung bedeutet mir viel, weil sie zeigt, dass diese Recherche sinnvoll und vielleicht auch überfällig war – und weil sie mir nahe gegangen ist. Ich freue mich, wenn der Text zu etwas beiträgt, das sich die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden der Karlsruher Klinik allesamt gewünscht haben: die Enttabuisierung ihrer Suchterkrankungen; sich nicht mehr für sie schämen zu müssen. Und ich freue mich, dass der Preis genau das unterstützt und nun die Menschen ehrt, die mir so ehrlich und offen begegnet sind. Fast alle wollten im Artikel mit ihren echten Vornamen genannt werden.“