
Schon seit vielen Jahren engagiert sich Cornelia Wilhelm für Kinder und Jugendliche – zunächst als Lehrerin, mittlerweile als approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Psychische Gesundheit und Teilhabe liegen ihr auch bei ihrem ehrenamtlichen Engagement besonders am Herzen. Für ihren Einsatz erhält sie das Dr. Pro Bono-Siegel der Stiftung Gesundheit.
Ich habe erlebt, wie wichtig es ist, Kindern nicht nur Wissen, sondern vor allem Sicherheit, Vertrauen und Selbstwirksamkeit zu vermitteln. Deshalb engagiere ich mich ehrenamtlich, um dort präventiv zu wirken, wo sonst Lücken entstehen würden.
Mein Engagement umfasst aktuell zwei Schwerpunkte. Einer davon ist das Schwimmen mit Kindern: Ich begleite Nichtschwimmer – sowohl Grundschulkinder als auch Jugendliche – ins Wasser. Mein Ziel ist, dass sie Sicherheit, Freude an Bewegung und das Gefühl von Selbstwirksamkeit entwickeln. Schwimmen ist für mich eine grundlegende Kulturtechnik, vergleichbar mit Lesen und Schreiben. Es bedeutet Teilhabe am Leben.
Der zweite Schwerpunkt ist die psychische Gesundheit an Schulen. Mit meinem Institut für Schultransformation begleite ich Schulen dabei, Lern- und Lebensräume zu schaffen, die Stress reduzieren, Beziehungen stärken und seelische Gesundheit fördern. Es geht darum, Schule neu zu denken: weg vom reinen Klassenzimmerunterricht hin zu einer Kultur von Kooperation, Kreativität, kritischem Denken und echter Potenzialentfaltung. Ich unterstütze Modellschulen ehrenamtlich, damit diese Veränderungsprozesse nicht nur auf dem Papier stehen, sondern in der Praxis gelebt werden können.
Ja, die Hürden sind vielfältig. Beim Schwimmen sind es oft fehlende Schwimmzeiten oder qualifizierte Begleitpersonen in den Bädern, bei Schulen die Angst vor Veränderung oder strukturelle Engpässe.
Hilfreich wäre, wenn gesellschaftlich noch stärker anerkannt würde, dass Prävention – sei es durch Schwimmen oder gesunde Lernräume – langfristig Kosten spart und Lebensqualität schenkt.
Unvergesslich bleibt für mich der Moment, wenn ein Kind zum ersten Mal alleine schwimmt – die leuchtenden Augen, das Staunen, das eigene Können! Ebenso in Schulen: diese Augenblicke, wenn Jugendliche spüren „Hier geht es um mich. Ich werde gesehen. Ich bin jemandem wichtig. Und jemand sieht mehr in mir, als ich selbst gerade glauben kann.“ Solche Erfahrungen berühren zutiefst, weil Kinder und Jugendliche genau das brauchen: wirklich gesehen zu werden – mit ihrem Potenzial, ihren Stärken und ihrer Einzigartigkeit. Diese Momente sind die größte Motivation für mein Engagement.
Ja, ich möchte mein Engagement an Schulen ausbauen, auch im Rahmen des Startchancen-Programms. Mein Traum ist, dass Schule künftig nicht nur Lernort, sondern ein wirklicher Lebensraum wird, in dem Säulen psychischer Gesundheit selbstverständlich mitgedacht werden – also zum Beispiel Beziehungen stärken, Selbstwirksamkeit erleben, Potenziale entfalten, Sinn finden, Herausforderungen meistern und Bewegung integrieren.
Ebenso träume ich davon, dass Schwimmen flächendeckend wieder als selbstverständliche Kulturtechnik gefördert wird – auch für sozial benachteiligte Kinder.
Besonders dort, wo Kinder Gefahr laufen, durchs Raster zu fallen: Kinder, die nicht schwimmen können, Kinder, die in Schulen unter Leistungsdruck leiden, und Kinder, die zu wenig Räume für echte Entwicklung haben. Hier kann ehrenamtliches Engagement Brücken bauen – zu mehr Sicherheit, Resilienz und Gesundheit.
Einen kleinen Einblick in die ehrenamtliche Tätigkeit von Cornelia Wilhelm geben die folgenden Videos aus ihrem YouTube-Kanal:
Video „Schwimmen als Kulturtechnik“
Video „Schule als Lern- und Lebensraum“