Wenn Arbeit krank macht: Was tun gegen Stress im Büro?

Der Alltag vieler Menschen ist geprägt von Hektik, Druck, Informationsüberflutung, zu vielen Terminen, Enttäuschungen und Konflikten – mit sich selbst oder anderen. Das führt bei den meisten Personen zu Anspannung. Folgt der Anspannung kein Ausgleich in Form von Entspannung, werden Körper und Psyche einer Dauerbelastung ausgesetzt. Daraus kann eine psychische Fehlbeanspruchung entstehen. Welche Arten gibt es und was passiert in und mit uns?

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Folgen psychischer Fehlbelastungen

Psychische Fehlbelastungen können langfristig zu gesundheitlichen Beschwerden sowie zu Krankheiten führen. Außerdem haben sie Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit und unser Verhalten.

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Verminderung psychischer Fehlbeanspruchungen – Was können Sie selber tun?

Wir sind selten in der Lage, die Umwelt, unsere Lebenssituation und andere Menschen zu ändern. Jedoch hat Jeder die Möglichkeit, sein Verhalten, seine Gedanken, Perspektiven, und Einstellung so zu verändern, dass sich Anspannung und Entspannung die Waage halten.

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Was muss Ihr Arbeitgeber tun?

Wussten Sie schon, dass alle Arbeitgeber verpflichtet sind, sich um die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter zu kümmern? In § 4 des Arbeitsschutzgesetzes heißt es beispielsweise: „Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird“. § 5 Absatz (1) sagt: „Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind.“

Dazu gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, die sich aus arbeitswissenschaftlicher Sicht und in der Praxis als wirkungsvoll erwiesen haben.

Der Zustand der Monotonie aufgrund ständig gleicher Bewegungen kann beispielsweise durch Jobrotation vermieden werden. Ob an einer Produktionsstätte oder im Büro – es ist gut umsetzbar. Durch systematisch geplante Rotationssysteme (Arbeitsplatzwechsel) kann sowohl körperlich als auch psychisch aufgrund der Vermeidung einseitig belastender Tätigkeiten positiv Einfluss genommen werden. Ein weiterer Effekt: Die Mitarbeiter sind flexibler einsetzbar und geistig mehr gefordert.

Auch die Gestaltung der Kantine und der Pausenräume spielen eine wichtige Rolle. Die Möglichkeit zum Abschalten bzw. zu geistiger und/oder körperlicher Anregung sind gute Ansätze, um etwas zur Entspannung der Belegschaft beizutragen.

Selbstverständlich hängt die psychische Gesundheit der Mitarbeiter neben den Einflüssen der Arbeit auch von den jeweiligen individuellen Voraussetzungen und Lebenssituationen ab. Daher sind auch personenbezogene Maßnahmen wie fachliche Aus- und Weiterbildung, die Erweiterung sozialer und kommunikativer Kompetenzen oder auch die Vermittlung von Selbstmanagement-, Problemlösungs- und Bewältigungsstrategien sinnvoll.

Gesundheit als Chefsache: Betriebliches Gesundheitsmanagement

Informieren Sie sich darüber, welche Gefährdungen an Ihrem Arbeitsplatz vorhanden sind und welche Maßnahmen zur Reduzierung eingeleitet wurden bzw. werden. Fragen Sie nach, welche Möglichkeiten der Erlernung von Stressbewältigungsstrategien, Entspannungs-techniken oder auch Resilienztraining angeboten werden.

Sollte Ihr Arbeitgeber diesbezüglich noch keine Maßnahmen anbieten, können Sie ihn auf das Netzwerk für Betriebliches Gesundheitsmanagement www.bgm-netzwerk.de hinweisen. Hier finden Arbeitgeber kostenfrei Experten wie z.B. Coaches, Trainer, Berater, Psychologen für Themen wie Psychische Gesundheit, Gefährdungsbeurteilung, Entspannung und Burnout-Vorbeugung.

Von Mandy Schramm 29. September 2016

Veröffentlicht in Aktuelles
Letzte Aktualisierung am 24.02.2018