Rat mit Gütesiegel

Zu jedem Zwicken im Rücken und jeder Krankheit gibt es eine Handvoll unterschiedlichster Ratgeber, die Wege zur Besserung aufzeigen und Hilfestellung bieten wollen. Allein beim Buchgroßhändler Libri.de bringt die Suche nach „Ratgeber Gesundheit“ mehr als 12.000 Treffer. Daneben gibt es zahlreiche Broschüren, Hörbücher und CD-Roms, die den Markt ergänzen.

Das ist natürlich erstmal erfreulich, ermöglicht dieses Angebot doch weitere Schritte hin zum informierten Patienten. Gleichzeitig mehrt die Auswahl aber auch die Qual der Wahl: Für welchen Ratgeber soll ich mich entscheiden? Das mit der schönsten Gestaltung? Den prominentesten Autoren? Dem günstigsten Preis – oder doch den mit den meisten Bildern? Wie auch andernorts in der Medizin ist die fachliche Qualität für Laien kaum zu beurteilen. Geben wirklich alle eine gleichwertige Gesamtschau, einen Einblick in die medizinischen Möglichkeiten und die Risiken? Eine unabhängige Zertifizierung durch Dritte ist eine gute Entscheidungshilfe für den Ratsuchenden.

Seit Anbeginn ist die Förderung von Transparenz im Gesundheitswesen und praktische Orientierungshilfe die Hauptaufgabe der Stiftung Gesundheit. Was liegt da näher, als sich auch den Gesundheitsratgebern zu widmen? So ist ein Satzungszweck die Prüfung von Medien aller Art auf ihre Eignung, durch Information Transparenz und Sicherheit für Patienten zu schaffen. Zu diesem Zweck haben wir ein Verfahren entwickelt, bei dem u.a. die sachlich-medizinische Qualität überprüft und sichergestellt wird, dass die jeweils wesentlichen Ansätze, Konzepte und Therapieformen samt Problemen, Grenzen und Risiken umrissen werden und nicht einzelne Methoden bzw. Behandlungsformen unkritisch hervorgehoben werden. Darüber hinaus müssen die Ratgeber aber auch für Patienten verständlich sein – denn was nützen die neuesten Erkenntnisse, wenn man nur jedes dritte Wort versteht.

Die Themenpalette der Ratgeber ist so vielschichtig, dass auch unsere Gremienmitglieder nicht auf alles spezialisiert sein können: Von Alzheimer, Kinderwunsch, Urtikaria bis hin zu Psychopharmaka und Zahnimplantate, stets unterstützen uns engagierte Spezialisten aus den unterschiedlichsten Bereichen bei der Prüfung und Zertifizierung von Ratgebern.

Verlage und Autoren nutzen die Möglichkeit, die Qualität ihrer Bücher und Broschüren, ihrer Hörbücher und CD-Roms durch unsere Zertifizierungsverfahren prüfen und bescheinigen zu lassen und so in die Reihe der geprüften Ratgeber aufgenommen zu werden. Eine schöne Win-Win-Situation: die Leser erhalten die Gewißheit, ein gutes und aufrechtes Werk gefunden zu haben, Verlag und Autor können die Güte ihres Werkes durch das Zertifizierungssiegel der Stiftung Gesundheit dokumentieren. Und wir freuen uns über sinnvolle, gut gemachte Ratgeber, die ihrem Namen alle Ehre machen.

von Birgit Pscheidl 28. August 2009