Piekfein macht skeptisch:

Stiftung analysiert Weiterempfehlungsbereitschaft von Patienten

Hochglanzpraxen werden seltener empfohlen: Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2019“ der Stiftung Gesundheit. Darin untersuchen Prof. Dr. Dr. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung, sowie Analytiker Prof. Dr. Axel Faix von der Fachhochschule Dortmund mehr als 150.000 Arztbewertungen von Patienten, um Faktoren für die Bereitschaft zur Weiterempfehlung zu identifizieren.

Einfluss der Einzelaspekte im Bereich Patientenzufriedenheit auf die Bereitschaft zur Weiterempfehlung (Vergleich der Betakoeffizienten). Arzt/Ärztin 0,714. Organisation 0,209. Personal 0,08. Erscheinungsbild der Praxis -0,074.

Bewerten Patienten einen Arzt positiv, empfehlen sie ihn auch besonders oft weiter. Dahingegen führt ein besonders gutes Erscheinungsbild einer Praxis dazu, dass Patienten sie seltener empfehlen.

Schicke Praxen erhalten weniger Empfehlungen

Ausschlaggebend für die Weiterempfehlung ist der Studie zufolge der Arzt bzw. die Ärztin selbst, gefolgt von einer guten Praxisorganisation und freundlichem Praxispersonal: All diese Faktoren wirken sich erwartungsgemäß positiv auf die Bereitschaft zur Weiterempfehlung aus.

Beim Erscheinungsbild der Praxis dagegen zeigt sich ein konträres Bild: „Je besser die Bewertung in dieser Hinsicht ausfiel, desto seltener empfahlen die Patienten den Arzt weiter“, berichtet Obermann. Die möglichen Gründe seien vielfältig: „Vielleicht spielen dabei Elemente des sozialen Unbehagens, des Neids oder einer tief sitzenden Skepsis gegenüber Äußerlichkeiten eine Rolle – oder auch schlichtweg die Befürchtung, dass Hochglanz mit höheren Selbstzahlerkosten einhergeht.“

Die aktuelle Studie ist Teil der Reihe „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit“, mit der die Stiftung Gesundheit seit 2005 Trends und Entwicklungen im Gesundheitssektor untersucht. Für die aktuelle Ausgabe analysierte die Stiftung mehr als 150.000 Arztbewertungen von Patienten sowie Arzt-Arzt-Bewertungen und weitere Faktoren.

Alle Ausgaben der Studienreihe finden Sie in der Rubrik Forschung und Studien.

Hamburg, 12. Dezember 2019

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