Qualitätsmanagement für Ärzte wird Pflicht

Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz: Verweigerer werden ausgeschlossen

Auch niedergelassene Ärzte müssen künftig in ihrer Praxis Qualitätsmanagement (QM) einführen – ansonsten droht im Extremfall der Entzug der Kassenlizenz. Dies berichtet die Stiftung Gesundheit in ihrem Stiftungsbrief 2/2000.

Bereits im Juni 1999 hat die 72. Gesundheitsministerkonferenz die Einführung des QM in zwei Stufen beschlossen: „Alle Einrichtungen (also auch Arztpraxen) dokumentieren bis zum 1.1.2003 in jährlichen Qualitätsberichten die Qualität ihrer Leistungen und veröffentlichen diese in geeigneter Form.“ Dann folgt die Pflicht zum umfassenden QM: „Alle Einrichtungen führen bis zum 1.1.2005 ein an den Stand der Wissenschaft und Technik orientiertes Qualitätsmanagement ein.“

Ärzten, die sich dem verweigern, soll notfalls sogar die Existenzgrundlage, die Kassenzulassung, entzogen werden, wenn es nach den Gesundheitsministern der Länder geht: „Wegen des hohen Schutzgutes der menschlichen Gesundheit sollte es ermöglicht werden, Leistungsanbieter nach ihrer erbrachten Qualität zu vergüten bzw. die, welche die gesetzten Qualitätsziele dauerhaft nicht erreichen, von der Versorgungserbringung ganz auszuschließen“, zitiert der Newsletter der Stiftung Gesundheit weiter.

„Erstaunlicherweise weiß bis heute kaum ein Arzt von diesem Beschluss“, so Dr. Peter Müller, Sprecher der Stiftung Gesundheit. „Da an der Regelung aber offenbar kein Weg vorbei führt, sollten Ärzte die Vorlaufzeit nutzen und das Beste daraus machen.“

Kiel, 14. April 2000

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