Originelle Gründungsidee noch lange kein Erfolgsgarant: MovE II unterstützt Frauen im Bereich Social Entrepreneurship

Bildnachweis: Konstantin Gastmann  / pixelio.de

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Wenn Sie nicht gerade in einer Informatik-Vorlesung sitzen, deuten eine Vielzahl langer wallender Haarschöpfe auf eine hohe Anzahl weiblicher Studierender hin. Ein paar Jahre später sind aus ihnen qualifizierte Arbeitskräfte geworden. Doch das lange Haar macht sich gerade im Bereich der Unternehmensführung rar. Hier herrscht der Mann. Er bevorzugt den Kurzhaarschnitt.

Frauen gründen weniger Unternehmen als Männer

Auch ohne den Deckmantel des Klischees verbessert sich die Lage nicht: Obwohl die Mehrheit der Hochschulabsolventen in Deutschland weiblich ist, gründen noch immer weniger Frauen als Männer ihr eigenes Unternehmen. Woran liegt das? Zum einen spielen das soziale und gesellschaftliche Umfeld eine wichtige Rolle, zum anderen aber auch die Fachrichtungen, in denen die Frauen studieren. Sie wählen vorwiegend Studiengänge im sozialen, kulturellen oder medizinischen Bereich. Hier werden nur selten betriebswirtschaftliche Kenntnisse vermittelt. So stellen viele Frauen schnell fest: Eine originelle Gründungsidee alleine führt noch lange nicht zum Erfolg.

MovE II unterstützt Frauen bei der Existenzgründung

„Wer etwas Soziales bewirken will, muss dabei stets wirtschaftlich handeln. Daher spielt neben dem sozialen Engagement auch unternehmerisches Denken bei der Gründung von Unternehmen eine wichtige Rolle“, so Prof. Dr. Matthias Raith. Er ist Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Entrepreneurship, an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Daneben leitet er unter anderem das Projekt „Mobilisierung von Entrepreneurinnen – Interaktiv und Interdisziplinär“ (MovE II). Es unterstützt Studentinnen, Absolventinnen und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der Hochschulen des nördlichen Sachsen-Anhalts bei der Existenzgründung.

MovE II begleitet potentielle Gründerinnen von der Entwicklung der Geschäftsidee, über die Erstellung eines bankreifen Businessplans bis hin zur Gründung des eigenen Unternehmens. Dieses muss nicht non-profit organisiert sein, sollte aber die Bereiche Bildung, Kultur, Kreatives, Soziales oder Umwelt fokussieren. Um mentale Einstiegshürden abzubauen, werden neben Workshops speziell auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnittene Beratungen angeboten. So wird beispielsweise auf das meist risikobewusstere Handeln eingegangen und Rücksicht auf den Zeitplan von Müttern genommen. Und auch in der Hochschullehre ist das Projekt aktiv: Für die Masterstudiengänge der Fakultät für Humanwissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaft bieten die MovE II-Dozentinnen das Seminar Social Businessplanning an. Hier lernen die Studierenden bereits während des Studiums an realen Fallstudien betriebswirtschaftliche Kenntnisse anzuwenden und die Geschäftsidee auf solide ökonomische Beine zu stellen.

Social Entrepreneurship auf dem Lehrplan

Dass soziales Unternehmertum eine wichtige Stütze auf dem Weg zum Erfolg ist, haben auch andere Universitäten erkannt und beispielsweise Wirtschaftsethik im Lehrprogramm aufgenommen. So bieten verschiedene Universitäten im Land Schulungen, Lehrveranstaltungen oder ganze Studiengänge im Bereich Social Entrepreneurship. Hier eine kleine Auswahl von Angeboten, die an Frauen als auch Männer gerichtet sind:

  • Berlin: Touro College (Lehrveranstaltung „Management von not-for-profit organizations“ im Rahmen des MBA-Programms)

von Franziska Weis 17. September 2013