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Kommerzielle Arzt-Suchdienste stellen Betrieb ein
Teure 0190er-Services „nicht rentabel“ - Risiken für teilnehmende Ärzte
Das Sterben der kommerziellen Arzt-Suchdienste geht weiter: Nach „Ars
Medicina“ hat nun auch der Berliner Anbieter „arzt.net“ zum 1.10.1999
das Handtuch geworfen.
0190er „unwirtschaftlich“
„Die 0190er Service-Nummer hat sich nicht rentiert“,
so Andreas Wuthe, Pressesprecher von „arzt.net“. Die Ursache ist
mangelnde Resonanz bei den Patienten: Für die Auskünfte mussten
Anrufer bis zu 3,63 Mark pro Minute zahlen. Die meisten kommerziellen
Suchdienste rechnen fest mit den Einnahmen aus der teuren Bezahl-Hotline
- und stehen dann vor einem Problem, wenn niemand anruft.
Patienten brauchen zuverlässige Informationsquellen
Schließt ein Suchdienst seine Pforten, so hat dies
ärgerliche Auswirkungen für suchende Patienten: Genau dann, wenn
sie Hilfe bei der Arztsuche benötigen, laufen ihre Anfragen ins
Leere. Da die Rufnummern zum Teil noch existieren, die Anrufe aber
nicht mehr entgegen- genommen werden, vergehen mitunter wertvolle
Tage, bevor Anrufer sich eine zuverlässigere Informationsquelle suchen können.
Ärgerlich für Ärzte
Auch für Ärzte kann die Teilnahme an einem kommerziellen Suchdienst
zum teuren Fiasko werden: So forderte beispielsweise die Firma „Ars
Medicina“ von den teilnehmenden Medizinern 1.500 Mark im Voraus
für ein Jahr Mitgliedschaft. Bereits vor dem Ablauf eines Jahres
stellte die Firma aber den Betrieb ein und setzte so das gute Geld
der Ärzte in den Sand.
„Ars Medicina“ und „arzt.net“ sind bei den
0190er-Anbietern offenbar keine Einzelfälle: „Andere Suchservices
haben ebenso Probleme“, weiß Andreas Wuthe von „arzt.net“: Viele
Anbieter wollten gar ihre Firmen verkaufen. Welche Auswirkungen
dies auf die Verträge mit teilnehmenden Ärzten hat, ist ungewiss.
Kostenlose Arzt-Auskunft expandiert weiter
Dagegen expandiert die Arzt-Auskunft der gemeinnützigen Stiftung
Gesundheit - nach wie vor der einzige Service mit kostenloser Hotline,
der allen Patienten unter Wahrung der Anonymität offensteht. Im
Call-Center gehen täglich mehr als 500 Anrufe ein. Hinzu kommen
die Anfragen im Internet. Allein im ersten Monat nahmen mehr als
111.000 Patienten diesen Service wahr - Tendenz steigend. Zusätzlich
ist die Arzt-Auskunft seit Oktober 1999 auch bei Focus Online erreichbar.
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